5. Oktober 2026 | Nachrichten über Frauen

In den vergangenen Tagen wurden aus verschiedenen Städten des Iran weitere Festnahmen von Frauen gemeldet. Gleichzeitig verhängten Gerichte neue Strafen, während das Schicksal einiger Inhaftierter weiterhin ungeklärt bleibt.
Die dokumentierten Fälle reichen von der Festnahme von Sportlerinnen, einer Ärztin und Angehörigen von Opfern der Proteste bis hin zu Haft- und Auspeitschungsstrafen.
Dieser Bericht behandelt lediglich eine Auswahl der in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Fälle. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich aller Frauen, die in diesem Zeitraum festgenommen oder verurteilt wurden.
Festnahmen von Frauen in verschiedenen Städten des Iran
In den vergangenen Tagen wurden aus unterschiedlichen Regionen des Landes weitere Festnahmen von Frauen bekannt.
In Iranshahr wurde die 46-jährige Shahnaz Kordi, Mutter von sechs Kindern, nach einem Gerichtstermin festgenommen und in ein Gefängnis überstellt. Nach Angaben ihrer Familie steht die Festnahme im Zusammenhang mit dem Fall ihres Sohnes, nach dem die Behörden fahnden.
Auch Aida Qaderi, eine 20-jährige Schwimmtrainerin und Sportlerin aus Saqqez, wurde von Mitarbeitern des iranischen Geheimdienstministeriums festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Berichten zufolge erfolgte ihre Festnahme in ihrer Wohnung, ohne dass ein richterlicher Haftbefehl vorgelegt wurde.
In einem weiteren Fall wurde Rozhan Ebrahimi, eine MMA-Kampfsportlerin aus Saqqez, festgenommen, nachdem Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums das Haus ihrer Familie durchsucht hatten. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lagen weder Informationen über ihren Haftort noch über die gegen sie erhobenen Vorwürfe vor.
Mona Mahmoudian, die Ehefrau von Ebrahim Mostafapour, der während der landesweiten Proteste im Januar 2026 getötet wurde, wurde ebenfalls festgenommen. Ihre Festnahme erfolgte in Babol. Anschließend wurde sie an einen unbekannten Ort gebracht.
Unterdessen befindet sich Bayan Salehian, eine Ärztin aus Urmia, seit dem 27. September 2026 weiterhin in Haft. Berichten zufolge ist ihre rechtliche Situation nach wie vor ungeklärt.
Haft- und Auspeitschungsstrafe gegen eine Frau in Ardabil
In einem weiteren Fall wurde Sahar Mamizadeh vom Revolutionsgericht in Ardabil zu insgesamt 25 Monaten und 15 Tagen Freiheitsstrafe sowie 50 Peitschenhieben verurteilt.
Dem Gerichtsurteil zufolge werden ihr unter anderem folgende Handlungen vorgeworfen:
- Propagandatätigkeit
- Beleidigung von Funktionären des herrschenden klerikalen Regimes
- Störung der öffentlichen Ordnung
Besorgnis über die Situation einiger Inhaftierter
Maryam Goodini, eine 20-jährige Bewohnerin von Fardis bei Karaj, wurde während der landesweiten Proteste im Jahr 2026 festgenommen. Sie befindet sich weiterhin in einer Hafteinrichtung, die als „Geheimdienst von Karaj“ bekannt ist.
Bislang wurden keine detaillierten Informationen über die gegen sie erhobenen Anschuldigungen oder den aktuellen Stand ihres Verfahrens veröffentlicht.
Berichten zufolge war die junge Frau während der Verhöre schwerem körperlichem und psychischem Druck ausgesetzt. Sie soll gefoltert und körperlich misshandelt worden sein.
Infolge der bei den mutmaßlichen Folterhandlungen erlittenen Verletzungen leidet sie weiterhin unter gesundheitlichen Problemen und anhaltenden Blutungen.
Den Berichten zufolge rasierten die Verhörbeamten ihr zudem den Kopf, um sie zu einem Geständnis zu zwingen.
Um den psychischen Druck weiter zu erhöhen, wird sie demnach in Einzelhaft gehalten und darf keinen Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.



