Folter im Iran: Kranken politischen Gefangenen wird medizinische Hilfe verweigert

Gefangene in Gefahr: Eine der grausamen Foltermethoden in den iranischen Gefängnissen ist, den Häftlingen absichtlich den Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung zu verweigern. Schwer erkrankte Gefangene werden auf diese Weise vorsätzlich in Lebensgefahr gebracht.

Zu den politischen Gefangenen, die davon besonders betroffen sind, gehören:

Taraneh Rahimi

Die 20-jährige Taraneh Rahimi (Bild) ist seit Januar 2026 im Dowlatabad-Gefängnis der zentraliranischen Stadt Isfahan in Haft. Wegen ihrer Teilnahme an den Freiheitsprotesten vom Januar droht ihr die Hinrichtung. Ein Gefängnisarzt hat bestätigt, dass die Gefangene wegen einer Bein-Verletzung dringend operiert werden muss. Dennoch verweigern ihr die Gefängnisbehörden die Behandlung in einem Krankenhaus und halten sogar die Medikamente zurück, die der Gefangenen von ihrer Familie gebracht wurden. Taraneh Rahimi kann ohne Hilfe von ihren Mitgefangenen kaum mehr gehen.

Marzieh Ebrahimi Shams-Abadi

Die 32-jährige Marziyeh Ebrahimi (Bild) ist seit April 2026 im Gefängnis der südiranischen Stadt Bandar-Abbas in Haft. Auch ihr droht nach fadenscheinigen und konstruierten Anklagen vonseiten der Regime-Justiz die Hinrichtung. Die politische Gefangene leidet an Multiple Sklerose (MS). Die notwendige medizinische Versorgung wird ihr jedoch von den Gefängnisbehörden verweigert. Der Gesundheitszustand von Marziyeh Ebrahimi ist besorgniserregend.

Schockierende Verletzung des Rechts auf Leben

Das iranische Regime verletzt in schockierendem Ausmaß das Recht auf Leben, indem es kranken Gefangenen den Zugang zu lebensrettender medizinische Hilfe verweigert. Die Gesundheit und das Leben der Gefangenen werden vorsätzlich aufs Spiel gesetzt, ihr Tod wird billigend in Kauf genommen oder sogar herbeigeführt. Durch die vorsätzliche Unterlassung medizinischer Hilfe sind zahlreiche politische Häftlinge zu Tode gekommen oder haben bleibende gesundheitliche Schäden erlitten.

Folgende Praktiken, die die Gesundheit und das Leben der Gefangenen gefährden, nehmen zu Dringend notwendige medizinische oder fachärztliche Behandlungen werden verzögert oder gänzlich verweigert. Die Ernsthaftigkeit von Erkrankungen wird heruntergespielt oder ignoriert. Es werden gewöhnliche Schmerz- oder Beruhigungsmittel verschrieben, ohne die zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln. Medikamente werden zurückgehalten. Oft werden Gefangene, die im Krankenhaus sind oder aus Gesundheitsgründen freigelassen wurden, dazu gezwungen, die Behandlung zu unterbrechen und gegen ärztlichen Rat ins Gefängnis zurückzukehren.

Todesfälle in Haft, die auf die Verweigerung von medizinischer Hilfe zurückzuführen sind, missachten das Recht auf Leben. Das ist gemäß dem Völkerrecht eine schwere Menschenrechtsverletzung. Das Teheraner Regime ist völkerrechtlich verpflichtet, das Recht auf Leben aller Bürgerinnen und Bürger des Landes – auch der Gefangenen – zu schützen und das Recht auf angemessene medizinische Versorgung zu respektieren. Die vorsätzliche Unterlassung medizinischer Hilfe verstößt gegen das internationale Verbot der Folter.

Facebook
Twitter
LinkedIn
Pinterest